Geschmack und Wirkung von Safran

Safran – Geschmack: leckeres Gewürz, Wirkung: vielseitiges Heilmittel

Safran kennen viele nur als schmackhaftes Würzmittel oder färbende Zutat. Doch „das Gelbe“ – wie die Übersetzung des Namens aus dem Persischen lautet – hat noch viel mehr zu bieten. Doch bevor wir die vielfältigen positiven Wirkungen betrachten, scheint es sinnvoll, vorab einige Worte über Pflanze und Nutzung voranzustellen.

Was ist Safran und wie wird es gewonnen?

Safran bezeichnet zunächst einmal eine bestimmte Krokusart, die unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Crocus sativus bekannt ist. Der Name steht jedoch auch für das gleichnamige Gewürz. Dieses wird in aufwendiger Handarbeit aus den Narben der Pflanzenblüten gewonnen. Bereits für 100 Gramm des Gewürzes sind bis zu 20.000 Blüten notwendig. Die Pflanze blüht zudem jedes Jahr nur einmalig für wenige Wochen. Kein Wunder also, dass „das Gelbe“ auch als teuerstes Gewürz der Welt gilt.

Wie wurde und wird Safran genutzt?

„Das Gelbe“ haben wichtige Hochkulturen bereits vor Jahrtausenden hoch geschätzt. So war es in Persien schon vor gut 5.000 Jahren in Getränken wie Scharbat enthalten. Dieses traditionelle Getränk erlebt übrigens gerade ein besonderes Revival. Doch Scharbat ist nicht das einzige Mittel, das mit dem exklusiven Gewürz veredelt wurde. So setzten es etwa die Phönizier – wie wahrscheinlich auch die Inder – bereits im vorchristlichen Jahrtausend zum Würzen von Speisen und als Heilmittel ein. Wohlhabende Römer demonstrierten ihren Reichtum, indem sie die damals schon kostspieligen Safranfäden auf Hochzeitsbetten streuten. Auch in Rom fand „das Gelbe“ als Arznei, in exklusiven Rezepten sowie als Grundlagen von duftenden Ölen Verwendung und diente zudem zur Aromatisierung von ausgewählten Weinen.

Wie wirkt Safran?

Safranhaltigen Lebensmitteln, Getränken und Arzneien wurden in vorchristlicher Zeit, Antike, Mittelalter und Neuzeit gleichermaßen vielfältige wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Einen Eindruck vermittelt hier das aus dem Jahre 1671 stammende Werk Crocologia seu curiosa Croci Regis vegetabilium enucleatio. In diesem hat der Autor Johann Ferdinand Hertodt von Todenfeld zahlreiche Rezepte zur Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen mithilfe der Safranpflanze als Heilmittel zusammemgefasst. Wissenschaftliche Studien bestätigen heute viele der damals angeführten Wirkungen. So legen einige Untersuchungen nahe, dass „das Gelbe“ Menstruationsbeschwerden und Depressionen mindern sowie Libido und Potenz steigern kann. Gleichzeitig zügelt es den Appetit und wirkt entzündungshemmend sowie schmerzlindernd. Zudem gibt es heute Anzeichen, dass die Safranpflanze auch bei schwerwiegenden Erkrankungen positive Wirkungen entfalten kann. Gleich mehrere Studien verweisen etwa darauf, dass das aus der Pflanze gewonnene Crocetin bei der Vorbeugung und Behandlung einiger Krebsformen wirksam ist. Weitere Studienergebnisse zeigen, dass Safran-Dosen zur Therapie von Demenzerkrankungen sowie von Alzheimer in leichten und mittelschweren Fällen gut geeignet sind.

Quellen:

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